Lesung über Heinrich Heine rüttelte auf
Datum: 18.06.2019 - 08:44 Uhr
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Kategorie(n): Kooperationen & Projekte

MS ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems (Gehirn und Rückenmark), die zu Störungen der Bewegungen, der Sinnesempfindungen und auch zur Beeinträchtigung von Sinnesorganen führt. In Deutschland leiden mehr als 240.000 Menschen an MS. Jedes Jahr kommen 2.500 Neuerkrankungen hinzu. Trotz intensiver Forschungen ist die Ursache der Krankheit nicht genau bekannt. Es wird angenommen, dass zum Beispiel Infekte in Kindheit und früher Jugend für die spätere Krankheitsentwicklung bedeutsam sind. Welche anderen Faktoren zum Auftreten von MS beitragen, ist ungewiss. Die Krankheit kann jedoch heute im Frühstadium günstig beeinflusst werden.

Um gezielt Aufklärung zu betreiben und Vorurteile abzubauen lud die DMSG Ortsvereinigung Köln und Umgebung auch dieses Jahr zu einer Veranstaltung ein. Den Gästen im Inklusiven Begegnungszentrums der Gold-Kraemer-Stiftung in Frechen-Buschbell bot der WDR-Hörspielautor Peter Rothin zusammen mit dem Schauspieler Bernt Hahn, Saxophonist Reiner Witzel und Sozialarbeiterin Andrea Niehuss-Billen eine besondere Lesung:

„Ich weiß nicht, was soll es bedeuten…“, mit dieser berühmten Zeile des Heinrich Heine Gedichts und Liedtextes „Die Lore-Ley“ übertitelte der Hörspielautor eine Lesung zu Heine, der selber die letzten acht Jahre seines Lebens ans Bett gefesselt war. Der Dichter litt zunehmend an Lähmungserscheinungen, Kopfschmerzattacken und Sehschwächen. Einfühlsam, aufrüttelnd und ehrlich im Umgang mit dem herausfordernden Schicksal verstand es das Ensemble, den unbändigen Lebenskampf, die Leidenschaft und auch die große Frustration Heines in Szene zu setzen. Das Wechselspiel aus Zitaten, Erzählerperspektive und thematischen Improvisationen brachte den Zuschauern das Schicksal des Deutschen Dichters auf sehr authentische Art näher.

„Wir freuen uns, dass wir mit dem Welt-MS-Tag auf die besondere Situation von MS-Patienten aufmerksam machen können. Eine Krankheit mit so vielen verschiedenen Gesichtern ist für Betroffene, Angehörige und Menschen im unmittelbaren sozialen Umfeld eine große Herausforderung“, so die Geschäftsführerin  des DMSG-Landesverbandes NRW, Dr. Sabine Schipper, bei ihrem Grußwort.

Für den Gastgeber unterstrich das Vorstandsmitglied der DMSG Köln und Umgebung, Cristian Caro-Valenzuela, dass es vor allem auf die Begleitung betroffener Menschen vor Ort ankomme: „Wir können mit unserer Beratung und unseren Angeboten vielen Menschen in ihrem Alltage eine besondere Stütze sein. Durch Bewegungs-, Sport- und Therapieangebote können wir die Lebensqualität und die soziale Teilhabe entscheidend positiv beeinflussen.“

Die DMSG Ortsvereinigung Köln und Umgebung wurde von Paul R. Kraemer, Begründer der Gold-Kraemer-Stiftung, ins Leben gerufen. Die Stiftung fördert die Arbeit der DMSG auch heute noch.

Kontakt:

Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft
Ortsvereinigung Köln und Umgebung e.V.
Geschäftsführerin Marie-Luise Esser
Rolshover Str. 7-9
51105 Köln
Tel.: 0221-6909954, Fax: 03222-1642040,
e-mail: info@dmsg-koeln.de,
WEB: www.dmsg-koeln.de

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