Polnischer Partnerkreis zu Gast im Rhein-Erft-Kreis
Datum: 15.11.2019 - 14:25 Uhr
Ort:
Kategorie(n): Stiftung

Im Rahmen der Partnerschaft des Rhein-Erft-Kreises mit dem polnischen Kreis Bielsko-Biała besuchte Anfang November eine polnische Delegation mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Eingliederungshilfe den Rhein-Erft-Kreis. Vor Ort informierte sich die Gruppe über die Arbeit und aktuelle Projekte sowie über inklusive Gesellschaftsentwicklung.

Auf Einladung des Kreises und der Gold-Kraemer-Stiftung war es zudem der offizielle Gegenbesuch, nachdem bereits im Februar dieses Jahres Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gold-Kraemer-Stiftung verschiedene Einrichtungen und Angebote für ältere Menschen sowie für Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen in Bielsko-Biała besucht hatten. So bot das zweite Aufeinandertreffen eine weitere Gelegenheit für einen fachlichen Erfahrungsaustausch. Den insgesamt 10 polnischen Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Einrichtungen und Organisationen gab die Gold-Kraemer-Stiftung einen Einblick in ihr vielfältiges Leistungsangebot für Menschen mit Behinderung. Im Mittelpunkt standen das Wohnangebot für Menschen mit geistiger Behinderung in den Paul Kraemer Häusern Frechen-Buschbell und Köln-Kalk, die Angebote im Ambulant Betreuten Wohnen und der Besuch der Tagespflege in der Frechener Innenstadt für pflegebedürftige ältere Menschen mit demenzieller Veränderung. Darüber hinaus besuchten sie das Pferdesport- und Reittherapie-Zentrum und erhielten dort Einblicke in die sportliche und reittherapeutische Arbeit mit Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen.

„Ich begrüße es sehr, dass die langjährige und stets wachsende freundschaftliche Partnerschaft neben dem sportlichen und kulturellen nun auch im sozialen Bereich ausgebaut wird. Insbesondere hier besteht großes Interesse beider Kreise zum Wohle der Menschen voneinander zu lernen“, so Vizelandrat Bernhard Ripp, der das Projekt ins Rollen gebracht hatte.

Der Beauftragte des Vorstandes der Gold-Kraemer-Stiftung, Michael Goldbach, begrüßte die Gäste am Sitz in Frechen-Buschbell: „Die Idee, sich im Rahmen der Kreispartnerschaft mit unseren polnischen Nachbarn in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung auszutauschen, ist gewinnbringend für alle. 10 Jahre nach der Einführung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland können wir so gemeinsam auch mit unseren Europäischen Nachbarn für mehr Teilhabe und Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen. Besonders freut mich natürlich, dass wir die Gold-Kraemer-Stiftung und ihre Aktivitäten in der gesamten Breite vorstellen konnten.“

Der stellvertretende Landrat des Kreises Bielsko-Biała, Grzegorz Szetyński, sprach im Namen der Delegation seinen Dank an die Gastgeber aus und unterstrich: „Unser Besuch trägt dazu bei, dass wir wertvolle Einblicke und Erfahrungen mit in die Heimat nehmen. Nachhaltig war für mich, dass sich die Hilfe für Menschen mit Behinderung an deren Möglichkeiten orientiert, um sich zum Beispiel auch in das Arbeitsleben besser zu integrieren.“

Für Ute Hauck, Fachbereichsleiterin Wohnen in der Paul Kraemer Haus gGmbH, und ihre Kolleginnen und Kollegen stand bei dem einwöchigen Besuch der polnischen Delegation neben dem fachlichen Austausch auch die persönliche Begegnung im Vordergrund: „Es gab viele intensive Gespräche, die gezeigt haben, dass gegenseitig ein hohes Interesse besteht, im Sinne der Arbeit mit Menschen mit Behinderung voneinander zu lernen. Die Gespräche waren geprägt von hohem gegenseitigen Respekt und Wertschätzung.“

„Der Erfahrungsaustausch über die vielfältigen Projekte und Initiativen hat gezeigt, dass die Hilfe für Menschen mit Behinderung vor allem deren Vorstellungen für das eigene Leben im Blick haben muss. Der Weg zur Inklusion ist nur erfolgreich, wenn wir Menschen dabei helfen können, ihr Leben selber in die Hand zu nehmen“, resümierte Katarzyna Olszyna, Leiterin des Polnischen Kreiszentrums für Familienhilfe.

Als nächstes, voraussichtlich im kommenden Jahr, ist ein gegenseitiges Treffen von Menschen mit Behinderung aus den Einrichtungen beider Kreise geplant. Do widzenia!