Das inklusive Wohn- und Kunstquartier nimmt immer weiter Gestalt an

Die Gold-Kraemer-Stiftung hat am 12. April mit der offiziellen Grundsteinlegung einen weiteren Meilenstein für das inklusive Wohn- und Kunstquartier auf dem Brauweiler Guidelplatz gesetzt. Der Wohn- und Geschäftskomplex, bestehend aus insgesamt vier Gebäuden, schließt eine Baulücke im Ortskern von Brauweiler gegenüber der ehemaligen Benediktiner-Abtei, die über mehrere Jahrzehnte bestand.

„Wir sind stolz darauf, mit dem Wohn- und Kunstquartier die Idee einer inklusiven Gesellschaft auch im Herzen von Brauweiler zu verwirklichen“, betonte der Vorsitzende der Gold-Kraemer-Stiftung, Johannes Ruland. Er sei zutiefst davon überzeugt, dass mit dem Bau des Kunsthauses als Herzstück des Platzes eine neue Strahlkraft für die Kunst- und Kulturszene über die Region hinaus entfacht werde. Es bietet für künstlerisch begabte Menschen mit Behinderung - erstmals in der Kunstszene überhaupt – die Möglichkeit, sich unter professioneller Anleitung künstlerisch zu engagieren und beruflich zu entwickeln. Für die Stadt Pulheim bedankte sich Bürgermeister Frank Keppeler bei Vorstand und Geschäftsführung der Gold-Kraemer-Stiftung insbesondere dafür, dass diese „stets Kurs“ gehalten haben, besonders dann, wenn die Herausforderungen am größten waren. „Das Stiftungsprojekt ist für die Stadt eine ganz besondere Auszeichnung, denn durch die Idee eine Kunsthauses erhält Brauweiler eine Strahlkraft, die Menschen über die Kunst von nah und fern zusammenbringen wird“, so Frank Keppeler weiter, der nach Jahren der Ungewissheit über die Zukunft des Platzes ganz besonders die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung hervorhob.

„Wir haben zwei gute Beweggründe, miteinander heute die Grundsteinlegung zu feiern”, freute sich der Projektkoordinator des Kunsthauses, Harry K. Voigtsberger, „Zum einen unterstreicht das Bauvorhaben den reichen Schatz des Kulturstandortes Brauweiler, zum anderen zeigt es, dass eine inklusive Gesellschaft möglich ist. Denn die zukünftigen Künstlerinnen und Künstler werden schon bald, auch durch die Zusammenarbeit mit einem großen Netzwerk, ein Teil der Kunstszene sein und hier ihr eigenes Profil entwickeln.” Das Kunsthaus bietet auf rund 580 Quadratmeter Atelierräume für die Bereiche Malerei, Plastik, Grafik und Neue Medien sowie angewandte Kunst auf Produktdesign, im Speziellen auf Schmuckdesign. Aber auch die Sparten Musik und Literatur sind angedacht. Bereits im Februar stellte die Stiftung 12 Kandidatinnen und Kandidaten für das Kunsthaus vor, die noch mehreren Workshops von einer hochkarätig besetzten Fachjury ausgesucht worden waren. Bereits in diesem Jahr nehmen sie an den Brauweiler Kunsttagen und der Kulturwoche der Stadt Frechen teil. Der zuständige Architekt Ralf Hatzmann unterstrich, dass das Bauvorhaben besonders auch die Barrierefreiheit und die barriere-arme Bauplanung im Blick hat. Die Gebäude und auch der zukünftige Guidelplatz werden entsprechend gestaltet.

v.l.n.r.: Vorstandsvorsitzende der Gold-Kraemer-Stiftung Johannes Ruland, Projektkoordinator für das Kunsthaus Staatsminister a.D. Harry K. Voigtsberger, stellv. Landrat Horst Lambertz, Architekt Ralf Hatzmann, Bürgermeister Frank Keppeler und Pfarrer Peter Cryan

Eine besondere Würdigung erfuhr die Grundsteinlegung durch Peter Cryan. Der Pfarrer der Brauweiler Pfarrgemeinde St. Nikolaus segnete die bereitgestellten Zeitdokumente, die an diesem Tag traditionell einer Zeitkapsel aus Kupfer beigegeben wurden. Neben den Bauplänen, Stiftungsdokumenten, einer Tageszeitung, dem Münzgeld und einer Urkunde mit den Unterschriften und Wünschen aller am Projekt beteiligten Personen gab es von Pfarrer Cryan ein Kreuz aus Olivenholz aus der Stadt Bethlehem, der Geburtsstadt von Jesus Christus, der „für den ganzheitlichen Frieden mit seinem Leben und Sterben“ eingestanden sei, so Cryan, der dem neuen Quartier „diesen ganzheitlichen Frieden von Herzen“ wünsche. Das Kreuz besaß ein eingearbeitetes „S“ in seiner Mitte. Es wies auf den lateinischen Begriff „Salvator“ hin = Erlöser. So sei auch die Kunst in der Lage, „dem Menschen den Himmel ein wenig näher zu bringen“, sagte der Geistliche.

Im Jahr 2009 erwarb die Stiftung das Grundstück von der Stadt Pulheim. Die Planungen erfolgen über das Architekturbüro Hatzmann. Das Quartier bietet einen Mix aus Wohnen, Einzelhandel und Gastronomie. Geplant sind insgesamt 35 frei vermietbare barrierefreie Wohnungen, teilweise auch rollstuhlgerecht und bis zu acht Ladenlokale sowie eine Tiefgarage mit 65 Stellplätzen und zusätzlichen Außenstellplätzen.

Seite drucken