Ausbildung und Wohnen unter einem Dach

Die Gold-Kraemer-Stiftung hat Anfang April das neue Wohn- und Funktionsgebäude für das Fußball-Leistungszentrum Frechen (FLZ) an das Team des FLZ offiziell übergeben. In Frechen-Buschbell wurde dazu ein ehemaliges Paul Kraemer Haus in der Burghofstraße kernsaniert. Es entstanden auf fünf Etagen insgesamt 14 Appartements für die Spieler des FLZ sowie Büro- und Funktionsräume für die Ausbildung.

Anlässlich der Übergabe des neuen Domizils kam der Beirat des FLZ zu seiner jährlichen Sitzung zusammen. Seine Mitglieder konnten sich an Ort und Stelle über die Entwicklung des FLZ und der aktuell 14 Teilnehmer informieren. Der Vorstandsvorsitzende der Gold-Kraemer-Stiftung, Johannes Ruland, hob bei seiner Begrüßung hervor, dass knapp vier Jahre nach Gründung des FLZ das Thema Inklusion im Fußball auf vielfache Weise angekommen ist. „Die jungen Männer haben sportlich und in ihrer Persönlichkeit einen enormen Entwicklungsschritt gemacht. Es ist großartig zu erleben, dass die meisten von ihnen den Sprung in den Ligabetrieb des Amateurfußballs geschafft haben“, so Johannes Ruland.

Das Team des FLZ zusammen mit dem Beirat, u.a. Markus Ritterbach, Vizepräsident 1. FC Köln (5. v.l.), dem Fachgeschäftsführer der Gold-Kraemer-Stiftung Dr. Volker Anneken (1. v.l.) und dem Vorstandsvorsitzender der Gold-Kraemer-Stiftung Johannes Ruland (8. v.l.).

Zu den Mitgliedern im Beirat zählen unter anderem auch FC-Vizepräsident Markus Ritterbach und der Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein, Alfred Vianden. „Ich möchte zu der im FLZ geleisteten Arbeit gratulieren. Was hier in den letzten Jahren aufgebaut worden ist, hat unsere gesteckten Ziele im Beirat bereits jetzt übertroffen“, so Markus Ritterbach, „insbesondere die Befähigung der Spieler, sich auf dem ersten Arbeitsmarkt langfristig eine Zukunft aufzubauen, ist eine großartige Leistung aller Beteiligten.“ Für den FLZ-Spieler Michael Buckesfeld (31) wurde dieser Schritt bereits Wirklichkeit. Nach drei Jahren beim Leistungszentrum hat er durch verschiedene Berufspraktika einen Platz auf dem ersten Arbeitsmarkt in einer Autowerkstatt erhalten.

Für den Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) unterstrich sein Präsident Alfred Vianden die Bedeutung von Netzwerkarbeit zur Entwicklung von Inklusion im Fußball: „Es kommt darauf an, dass wir unsere ehrenamtlich organisierten Vereine durch die Zusammenarbeit mit der Gold-Kraemer-Stiftung für die Inklusion sensibilisieren und weiter ausbilden. Denn wir sind keine geschlossene Gesellschaft und wollen, dass Fußballtalente mit Handicap genauso bei uns eine sportliche Heimat finden. Die guten Beispiele im FLZ zeigen, dass das gelingt, auch wenn es ein langer Prozess ist.“ Der FVM hat für diesen Prozess bereits seit einigen Jahren einen eigenen Inklusionsbeauftragten benannt.

Oliver Fey fühlt sich sehr wohl in seinem neuen Zuhause.

10 FLZ-Teilnehmer haben den Sprung in den Ligabetrieb des Amateurfußballs bereits geschafft. Oliver Fey (24) aus Frechen ist von Beginn an beim FLZ dabei und hat sich beim Kreisligisten ESV Horrem einen Stammplatz erarbeitet. „Durch einen Zeitungsartikel erfuhr ich vor einigen Jahren vom Angebot des FLZ und bin froh, dass ich den Schritt hierher gewagt habe. Die Teilnahme bedeutet für mich aber nicht nur das Sprungbrett in einen Verein, sondern eine Perspektive, mich beruflich weiter zu qualifizieren. Wenn´s gut läuft, dann will ich auch einmal in der Nationalmannschaft kicken.“

Auch die beiden FLZ-Trainer Malte Strahlendorf und Willi Breuer konnten im Rahmen der Beiratssitzung eine positive Bilanz ziehen. „Aus unseren Spielern sind selbstständige junge Erwachsene geworden. Die Verbindung aus sportlicher, pädagogischer Begleitung und beruflicher Qualifikation trägt Früchte.“ Im Sommer werden voraussichtlich vier neue Nachwuchsspieler, die im Rahmen der bundesweiten Bewerbung in Förderschulen und Werkstätten akquiriert worden sind, ihren Start beim FLZ wagen.

Alle weiteren Informationen zum FLZ gibt es hier.

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