Gold-Kraemer-Stiftung bietet Räume für Sprachförderung und ein Warenhaus

Das Frechener Kultur- & Sozialwarenhaus im Gold Kraemer Haus, Dr. Tusch-Straße in der Frechener City, ist seit Oktober 2016 eine wichtige und gefragte Anlaufstelle für Neubürger, die als Flüchtlinge in den letzten Jahren nach Frechen gekommen sind. Träger des Kultur & Sozialwarenhauses ist der Förderverein Flüchtlingsnetzwerk Frechen e.V..

Johannes Ruland (rechts) zu Besuch bei Ulrich Lussem im Frechener Kultur- & Sozialwarenhaus

Als dessen Vorsitzender leitet Ulrich Lussem die Geschäfte ehrenamtlich. Weitere 20 Frechener Damen engagieren sich für das Warenhaus. Warenannahme, Preisfestlegung und Dekoration gehören unter anderem zu den Aufgabenfeldern. Die Kundschaft besteht längst nicht nur aus Familien aus dem Irak, Syrien oder Afghanistan. „Unser Warenhaus hilft jedermann. Für kleines Geld kann man hier sehr gut erhaltene Waren erwerben“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Vom Kinderspielzeug bis hin zu verschiedenen Haushaltswaren, man findet nahezu alle Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens gut sortiert. Werbung im klassischen Sinne macht das Geschäft nicht und braucht es auch nicht. „Frechen ist ein Dorf und wir leben hier vor allem von der `Mund-zu-Mund-Propaganda`“, weiß Ulrich Lussem, der sich über jeden Besuch freut. Heute ist es kein Kunde sondern Johannes Ruland, der Vorstandsvorsitzende der Gold-Kraemer-Stiftung. Das Flüchtlingsnetzwerk nutzt die Räumlichkeiten der Stiftung. Sie stellt dem Verein diese kostenlos zur Verfügung. „Wir haben erfahren, dass das Netzwerk dringend auf der Suche nach Räumlichkeiten war. Die Idee, die hinter dem Verein steckt, ist großartig, Menschen vor Ort konkret zu helfen. Deshalb hat unser Vorstand sofort reagiert und im Gold Kraemer Haus Kapazitäten geschaffen“, so Johannes Ruland.

Das Sozialwarenhaus ist aber nur die eine Seite des Hilfeangebotes. Besonders am Herzen liegen Ulrich Lussem die Sprachschulangebote. Über 35 Damen und Herren unterschiedlichen Alters nutzen derzeit die Möglichkeit und nehmen regelmäßig an den Sprachkursen teil, die ein engagiertes Team von Freiwilligen anbietet. Auch Ulrich Lussem ist hier aktiv. „Die Sprache ist die Basis für eine gelingende Integration. Sie bildet die Grundlage für die Neubürger, sich gegenüber Behörden und später auf dem Arbeits- und Fortbildungsmarkt zurechtzufinden. Ohnehin ist der gebürtige Ur-Frechener mit Leib und Seele dabei, um Flüchtlingen den Start in ein neues Leben zu ermöglichen. Er hat 2016 drei junge Syrer aufgenommen, die noch minderjährig ohne Eltern nach Deutschland kamen. Für den jüngsten unter ihnen hat er nun auch offiziell die Vormundschaft übernommen. Seine freiberufliche Tätigkeit als Grafiker erlaubt es ihm, seine Zeit sehr flexibel einzusetzen. Für die herausfordernde Tätigkeit als Vorsitzender des Flüchtlingsnetzwerkes ist das eine wichtige Voraussetzung. „Wenn die Not am Größten ist, ist die Hilfe am Nächsten“, sagt Lussem, auf dessen Initiative hin im März 2015 das Netzwerk überhaupt gegründet worden ist. Über die Unterstützung der Gold-Kraemer-Stiftung ist er sehr glücklich, wäre das Angebot eines Kultur- und Sozialwarenhauses sonst so nicht zu stemmen.

Das Warenhaus ist an drei Tagen die Woche, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 15 – 18 Uhr, geöffnet. Gebraucht wird weiterhin alles für den Hausstand einer Familie. Ulrich Lussem: „Im Augenblick haben wir ein großes Angebot an Pfannen und Töpfen. Essbestecke sind derzeit aber sehr gefragt. Hier könnten wir noch gut Spenden aus der Bevölkerung gebrauchen“.

Aktuelle Information unter: www.fluechtlingsnetzwerk-frechen.de

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