Abschlussveranstaltung mit Verena Bentele

„Inklusion konkret – Besser gemeinsam!” - unter diesem Namen haben die Gold-Kraemer-Stiftung und die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW zusammen mit der Stadt Köln, dem Rhein-Erft-Kreis und der Stadt Frechen 2017 ihr neues Veranstaltungs- und Fortbildungsprogramm gestartet. Mit dieser Initiative verfolgen die Partner das Ziel, Menschen mit Behinderung mehr Teilhabe im Leben gerade in deren Wohnumfeld und unmittelbaren Sozialraum zu ermöglichen.

Den Schwerpunkt im Auftaktjahr bildete das Thema „Sport und Inklusion“. Zum Abschluss trafen sich auf Einladung der Gold-Kraemer-Stiftung  zu einem Erfahrungsaustausch 100 Fachleute aus Sportverbänden, Sportvereinen, Wohlfahrtsträgern und kommunaler Einrichtungen und ließen das Jahr Revue passieren.

In diesem Jahr nahmen an den 11 Fortbildungsveranstaltungen und Sportevents 430 Fachvertreter aus dem Sport teil. Über 3.000 Teilnehmer*innen im Alter von 5 – 80 Jahren - mit und ohne Behinderung – waren aktiv dabei. „Wir sind über den großen Zuspruch aus dem organisierten Sport und der Bevölkerung mehr als glücklich. Das Thema `Inklusion` hat durch den Sport in unseren Städten und Gemeinden an Fahrt aufgenommen. Die Vereine öffnen sich zunehmend für neue Sportangebote, damit Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Sport treiben können“, so Johannes Ruland, Vorstandsvorsitzender der Gold-Kraemer-Stiftung.

Norbert Killewald, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW unterstrich die Bedeutung von „Inklusion konkret“ für seine Institution: „Wir erleben im Ballungszentrum von Köln, dass gerade hier der Sport eine wichtige Brücke darstellt, Menschen zusammenzubringen. Das zurückliegende Jahr hat gezeigt, dass dies auch ohne Barrieren funktioniert. Das ist ein starkes Signal für ganz NRW.“ Norbert Killewald hob außerdem die Bedeutung von Netzwerkarbeit und Erfahrungsaustausch hervor, durch die sich immer mehr Sportanbieter für inklusive Sportangebote öffnen können.

V.l.n.r.: Johannes Ruland (Vorstandsvorsitzender der Gold-Kraemer-Stiftung), Verena Bentele (Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen), Norbert Killewald (Vorstandsmitglied der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW)

Besonderer Gast war Verena Bentele. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderung stellte mit der Inklusionslandkarte eine Plattform vor, die den Menschen einen bundesweiten Überblick über barrierefreie Angebote und Dienstleistungen ermöglicht. Insbesondere sportinteressierte Menschen mit Behinderung erhalten auf der Webseite eine ideale Orientierung, wo sie wohnortnah Sport treiben können.

Mit Mathias Mester kam ein Botschafter des Paralympischen Leistungssports nach Frechen. Der 31jährige Leistungssportler berichtete, dass er als kleinwüchsiger Leichtathlet bereits seit Jahren zur Vorbereitung auf die großen internationalen Wettkämpfe „gemeinsam mit den Topathleten der nicht behinderten Sportler” trainiere. „Unter uns Sportler ist es heute selbstverständlich, dass wir gemeinsam den Sport und unser Land vertreten. Die Behinderung spielt hier keine Rolle”, so Mester. Wenn auch nicht bei offiziellen Wettkämpfen, so finden inzwischen immer mehr Wettkämpfe von Sportler*innen mit und ohne Behinderung statt, bei denen sie gemeinsam antreten.

Mit dem Sportfest Frechen bewegt die Massen konnte Alexander Neumann, Geschäftsführer des TuS Blau Weiß Königsdorf, über ein gelungenes Beispiel von gemeinsamem Breitensport berichten: „In ganz unterschiedlichen Sportarten hat das Fest gezeigt, dass Gemeinschaft zwischen Sportlern mit und ohne Handicap im Vordergrund stand.” Sowohl die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als auch die Übungsleiterinnen und  -leiter machten wertvolle neue Erfahrungen; leichte Anpassungen im Regelwerk und kleine Hilfestellungen bei den Übungen brachten schon große Erfolgserlebnisse. So gab es auch die Möglichkeit für Menschen mit Handicap, das Deutsche Sportabzeichen zu machen. Alle Tagungsteilnehmer unterstrichen in den Diskussionen, dass sie durch die vielen neuen Erkenntnisse und Erfahrungen im Rahmen von „Inklusion konkret” wertvolle Impulse für die Einführung und Entwicklung offener Sportangebote  mitgenommen haben. Dabei gilt es nach wie vor, noch mehr Menschen mit Behinderung anzusprechen und für den Sport zu begeistern.  

„Inklusion konkret” wird 2018 fortgeführt. Das Schwerpunktthema „Inklusion vor Ort” widmet sich in Fachtagen den Themen „Wohnen”, „Bewegung”, „Ehrenamt” oder „Kultur” vor Ort. In den Städten des Rhein-Erft-Kreises und in Köln wird es attraktive Veranstaltungen vor Ort geben, die sich den Themen einer barrierefreien Zugänglichkeit von Angeboten für Menschen mit Behinderung in deren unmittelbaren Wohl- und Lebensumfeld widmen.

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