Drei Tage lang stand die barrierefreie Anlage des Tennis-Club Weiden e.V. in Köln im Mittelpunkt des deutschen Rollstuhltennissports. Bei den 37. Deutschen Rollstuhltennis-Meisterschaften kämpften die besten Spielerinnen und Spieler des Landes vom 5. bis 7. Juni um die nationalen Titel. Rund 30 Athletinnen und Athleten traten in den Konkurrenzen Herren, Damen, Quad und Juniorinnen und Junioren an.
Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Tennisverband Mittelrhein in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tennis Bund (DTB) und dem Projekt „Tennis für Alle“ der Gold-Kraemer-Stiftung. Parallel zu den Deutschen Meisterschaften fanden auf der Anlage auch die Verbandsmeisterschaften des Tennisverbands Mittelrhein statt. Mehr als 600 Spielerinnen, Spieler sowie Besucherinnen und Besucher sorgten für ein außergewöhnliches Tenniswochenende, das sportliche Höchstleistungen und gelebte Inklusion miteinander verband.
„Die Vision unseres Projektes ‚Tennis für Alle‘ ist, Menschen mit und ohne Behinderung im Sport zusammenzubringen. Dieses Turnierwochenende ist ein großartiges Beispiel dafür! Wir sind stolz, was wir in den letzten 15 Jahren erreicht haben und werden uns zukünftig weiter für Inklusion im Tennis einsetzen“, freut sich Dr. Yorick Ruland, Vorstandsvorsitzender der Gold-Kraemer-Stiftung, über die gelungene Veranstaltung.
Auch Utz Uecker, Präsident des Tennisverbandes Mittelrhein, hob die Bedeutung dieses besonderen Events hervor: „Die Ausrichtung der Deutschen Rollstuhltennis-Meisterschaften gemeinsam mit den TVM-Verbandsmeisterschaften hat für uns einen enormen Stellenwert. Tennis verbindet Menschen und uns ist wichtig, das genauso zu leben!“.
Die Deutschen Meisterinnen und Meister 2026
In der Herren-Konkurrenz setzte sich im Finale Christoph Wilke (Grün-Weiss Stadthagen) mit 7:6, 6:0 gegen seinen Nationalmannschafts-Teamkollegen Anthony Dittmar (TC Weiden) durch und sicherte sich den Deutschen Meistertitel.
„Ich arbeite aktuell wirklich hart an meinem Tennis und meiner körperlichen Form. Mich jetzt mit diesem Triumph zu belohnen, fühlt sich wirklich gut an!“, resümiert der 24-jährige Wilke, der aktuell auf Nummer 52 der Weltrangliste steht.
Bei den Damen gewann Britta Wend (Tennispark Bielefeld) das Endspiel gegen Jana Lindenthal (BASF Ludwigshafen) mit 6:2, 0:1 (w.o.) und krönte sich zur Deutschen Meisterin 2026. Beide werden die deutsche Damen-Nationalmannschaft beim Wheelchair Tennis World Team Cup Mitte September in Orlando vertreten.
Den Titel in der Quad-Klasse holte sich Marcus Laudan (Zehlendorfer Wespen). Er besiegte Konstantin Voglis (TC Kaiserswerth) im Finale deutlich mit 6:2, 6:0 und unterstrich damit seinen aktuell positiven Leistungstrend. In der Weltrangliste belegt er derzeit Platz 27.
Alle Finalistinnen und Finalisten arbeiten schon jetzt akribisch an der stetigen Verbesserung ihrer internationalen Ergebnisse und einer möglichen Qualifikation für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles – dem weltweit unumstrittenen Highlight des Parasports.
Für einen besonderen Höhepunkt aus Sicht des ausrichtenden Tennis-Clubs sorgte die Juniorenkonkurrenz: John Brendahl vom TC Weiden gewann das Finale gegen seinen Freund, Trainingspartner, Vereins- und Mannschaftskameraden Timo Schmiesing mit 6:0, 6:2 und verteidigte damit den deutschen Meistertitel zum fünften Mal in Folge.
Der Oberbürgermeister und Schirmherr Torsten Burmester würdigte die Leistungen der Athletinnen und Athleten: „Die Spielerinnen und Spieler haben uns allen unglaublich starken Parasport gezeigt! Als Sportmetropole Köln sind wir stolz darauf, mit diesem hochklassigen Turnier der Inklusion im Tennis ein Zuhause zu geben.“
Hochklassiger Sport und gelebte Inklusion
Das Teilnehmendenfeld spiegelte die gesamte Bandbreite des deutschen Rollstuhltennissports wider – von erfahrenen Nationalspielerinnen und Nationalspielern bis hin zu vielversprechenden Nachwuchstalenten aus dem gesamten Bundesgebiet. Neben den begehrten Deutschen Meistertiteln ging es für die Athletinnen und Athleten auch um wichtige Punkte für das DTB Rollstuhltennis-Race, die Turnierserie von DTB und Gold-Kraemer-Stiftung mit nationaler Ranglistenwertung.
Die Veranstaltung fand unter den wachsamen Augen von Nikas Höfken statt, der nicht nur Leiter des Projekts „Tennis für Alle“ der Gold-Kraemer-Stiftung und Turnierdirektor der Deutschen Meisterschaften ist, sondern die Partien auch in seiner Rolle als Rollstuhltennis-Bundestrainer ganz genau verfolgte: „Wir haben hier drei Tage mit grandioser Atmosphäre und wirklich starken sportlichen Leistungen erleben dürfen! Aus meiner Sicht war das Niveau der Deutschen Rollstuhltennis-Meisterschaften noch nie so hoch wie 2026“.
Die Veranstaltung wurde mit Mitteln des Sportland NRW gefördert und finanziell unterstützt durch die „Kölner Unternehmer für Sport und Soziales“ (K.U.S.S.). Weitere Förderer waren die Firmen Juwelier Kraemer, Head, Wilson, Ottobock, Sebamed, Edeka Daub, Blackroll und Cliff Bar.
Alle Platzierungen:
Damen Einzel:
- Britta Wend (Tennispark Bielefeld)
- Jana Lindenthal (BASF Ludwigshafen)
- Ela Porges (TC Seeheim)
- Nebenrunde: Bettina Nowag (TC Weiden)
Damen Doppel:
- Britta Wend (Tennispark Bielefeld) & Bettina Nowag (TC Weiden)
- Jana Lindenthal (BASF Ludwigshafen) & Ela Porges (TC Seeheim)
Herren Einzel:
- Christoph Wilke (TC Grün-Weiss Stadthagen)
- Toni Dittmar (TC Weiden)
- Steffen Sommerfeld (Zehlendorfer Wespen)
- Nebenrunde: Jonas Keil (Rollitennis e.V.)
Herren Doppel:
- Toni Dittmar (TC Weiden) & John Brendahl (TC Weiden)
- Christoph Wilke (TC Grün-Weiss Stadthagen) & Timo Schmiesing
Quad Einzel:
- Marcus Laudan (Zehlendorfer Wespen)
- Konstantin Voglis (TC Kaiserswerth)
- Daniel Shafie (Pulheimer SC)
- John Brendahl (TC Weiden)
- Timo Schmiesing (TC Weiden)
- Ivan Solovyev (SB Bayern 07 Nürnberg)
Fotos: Mika Volkmann