Das eigene Zimmer – ein Fußball-Museum
Datum: 17.07.2019 - 15:38 Uhr
Ort:
Kategorie(n): Stiftung

Der Alltag ist seit gut einem Jahr schon eingekehrt. Aber die offizielle Eröffnung gab es erst in diesen Tagen. Die Rede ist vom Paul Kraemer Haus Buschbell – eine Wohnstätte der Gold-Kraemer-Stiftung für Menschen mit kognitivem Förderbedarf - und dem inklusiven Gästehaus. Nach zweijähriger Umbauphase haben 24 Bewohnerinnen und Bewohner der vormals 50 Bewohner*innen schon im Juni 2018 ihr neues „altes“ Zuhause wiederbezogen. Das Haus in der Adam-Schall-Straße 2 in Frechen-Buschbell ist 1982 erbaut und im Zuge einer Dezentralisierung kernsaniert worden. Das neue Wohn- und Teilhabegesetz in NRW sieht für Wohneinrichtungen der Eingliederungshilfe kleinere Wohngruppen mit maximal 26 Bewohner*innen in einem Haus vor. In dem dadurch freigewordenen Gebäudeteil hat die Gold-Kraemer-Stiftung ein inklusives Gästehaus mit insgesamt sechs Einzel- und 14 Doppelzimmer integriert. Zu den barrierefreien Zimmern bietet die Stiftung auch barrierefreie Seminar- und Tagungsräume an.

„Wir können uns heute gemeinsam darüber freuen, dass die Gold-Kraemer-Stiftung in Buschbell mit dem Paul Kraemer Haus und dem neuen Gästehaus zwei wichtige Akzente für Teilhabe und Selbstbestimmung setzen kann. Die neuen Räumlichkeiten bieten jetzt den Rahmen für ein wesentlich selbstbestimmteres Leben unserer Bewohner“, unterstrich Prof. Dr. Hans Josef Deutsch, Mitglied im Vorstand der Gold-Kraemer-Stiftung. „Mit dem Gästehaus bieten wir weit über die Grenzen des Rhein-Erft-Kreises hinaus vielfältige barrierefreie Nutzungsmöglichkeiten für Gruppen zum Beispiel im Rahmen von Fort- und Weiterbildung“, so Hans Josef Deutsch weiter. An die Bewohner*innen des Hauses gewandt betonte er, dass sich die Menschen in ihrem neuen Zuhause so entfalten können, wie sie selbst leben möchten. Dazu komme auch eine größere Eigenverantwortung bei der Gestaltung des Alltages, wie zum Beispiel beim Kochen, Einkaufen oder bei der Freizeitgestaltung.

Alexander Montag ist einer von insgesamt fünf neuen Bewohnern des Hauses. Er hatte es gerne übernommen, im Namen aller Mitbewohner die Willkommensrede an die rund 150 Gäste der Gold-Kraemer-Stiftung zu richten. „Buschbell ist überschaubar, aber schön. Wenn ich aber Zeit finde, fahre ich gerne auch mal nach Köln. Da ist mehr los“, berichtete er. Was ihn ganz besonders freue, sei sein eigenes Zimmer. „Ich richte das so ein, wie ich es möchte. Manchmal ist es eine Disco und manchmal auch ein Fußball-Museum“, erzählte der begeisterte Fußball- und Eishockeyfan. Am Rednerpult stand er zusammen mit Herbert Frings, dem neuen Geschäftsführer der Paul Kraemer Haus gGmbH. Als 100% Tochtergesellschaft ist sie unter anderem zuständig für die stationären und ambulanten Wohnangebote der Gold-Kraemer-Stiftung. „Wir sind als Geschäftsleitung sehr froh und auch dankbar darüber, dass die Bewohner zusammen mit den Mitarbeitern die großen Herausforderungen durch zwei Umzüge und die vielen Veränderungsprozesse angenommen und gemeistert haben. Sie sind jetzt angekommen in ihrem neuen Zuhause“, sagte Herbert Frings an die Adresse aller im Paul Kraemer Haus lebenden und arbeitenden Menschen.  

Frechens Bürgermeisterin Susanne Stupp unterstrich die Bedeutung dieses Wohnhauses für die Vielfalt und Lebendigkeit einer Stadt und seiner Bürger: „Wir können uns in Frechen die Paul Kraemer Häuser Buschbell, Winandshof und Frechen-City nicht mehr wegdenken. Sie sind Teil unserer städtischen Kultur und Bürgerschaft und setzten unserem Gemeinwohl einen eigenen unverkennbaren Stempel auf.  Sie gestalten das Leben in Frechen mit und das ist Lebensqualität für uns alle.“

Um das Wohl der Gäste des inklusiven Gästehauses kümmert sich seit dem operativen Start im April 2018 ein Team von 13 Mitarbeitenden. Die Leitung des Hauses hat Fadi Bardakji. „Mit einem kleinen Team kann man Großes erreichen. Das Wohl unserer Gäste liegt uns am Herzen. Egal mit welchen Besonderheiten oder Wünschen unsere Reisegruppen eintreffen, wir wollen die Dinge möglich machen“, so Fadi Bardakji, der sich besonders bei seinem Team bedankte, das, so Bardakji, „gerade in der Startphase mit großem Engagement dabei war“. Zu den Stammgästen des Gästehauses zählt zum Beispiel die Lebenshilfe NRW.  

Ein besonderer Dank der Gold-Kraemer-Stiftung ging auch an Pfarrer Hubert Ludwikowski aus Brühl. Der Subsidiar nahm die Einsegnung aller Wohngruppen und Wohnbereiche des Hauses vor: „Wir Menschen brauchen Heimat und Geborgenheit. Das wünsche ich Ihnen zu aller Zeit in Ihrem neuen Zuhause und all denen, die in Zukunft den Weg nach Buschbell zu Ihnen finden.“

Pressekontakt:
Gold-Kraemer-Stiftung                                                             
Peter Worms
Referat Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 02234 93303-16                                            
Mobil: 0160 5366741
peter.worms@gold-kraemer-stiftung.de

Inhalt vorlesen lassen
Inhalt vorlesen lassen