Verloren und doch gewonnen
Datum: 20.08.2018 - 20:13 Uhr
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Kategorie(n): Kooperationen & Projekte Sport & Bewegung

Auf dem Zettel der Rückkehrer stehen fünf Niederlagen in fünf Spielen. Doch die Fußballer mit intellektueller Beeinträchtigung haben während der Weltmeisterschaft im schwedischen Värmland im August sehr wertvolle Erfahrungen gesammelt, weshalb auch das Resümee von Cheftrainer Willi Breuer positiv ausfällt: „Die Jungs haben es super gemacht. Sie sind toll mit den Niederlagen umgegangen und sind als Team stark zusammengewachsen.“

Mit nur 14 Spielern angereist galt es vor allem verletzungsfrei durch die WM zu kommen, in der die deutsche Elf zunächst in der Gruppenphase auf den Gastgeber Schweden sowie Frankreich und Argentinien traf. Zwar wurden alle Vorrundenspiele verloren, doch konnte eine klare Leistungssteigerung der deutschen Mannschaft gesehen werden. Auch wenn Breuer weiß als Trainer letztlich an Ergebnissen gemessen zu werden, ist er sehr stolz auf die Leistung seiner Spieler: „Die Jungs haben sehr viel umgesetzt, was wir im Training besprochen und geübt haben. Gerade ihr defensives Verhalten hat sich im Laufe des Turniers deutlich verbessert.“

Auch in den letzten zwei Spielen war die deutsche Mannschaft chancenlos. Insgesamt war auffällig, dass einige Mannschaften fußballerische Qualitäten zeigten, die an den internationalen Kriterien für Menschen mit intellektuellem Förderbedarf stark zweifeln lassen. Co-Trainer Malte Strahlendorf war ebenso überrascht: „Besonders im Spiel gegen Russland sah man, dass es bei den internationalen Richtlinien für Menschen mit intellektuellem Förderbedarf anscheinend unterschiedliche Herangehensweisen gibt.  Unsere Spieler wurden regelrecht vorgeführt. Eine solche Niederlage ist für unsere Spieler aufgrund ihrer Behinderung natürlich doppelt belastend.“ Dennoch steht für ihn und das Trainerteam die Leistung der Mannschaft im Mittelpunkt, die sowohl auf als neben dem Platz als Team agierten und für die Zukunft Hoffnung macht. Kapitän Niklas Neusel, einer von zehn Nationalspielern, die aus dem Fußball-Leistungszentrum Frechen rekrutiert worden, hat während der WM viel gelernt: „Wir haben jeden Tag hart trainiert und uns fußballerisch gesteigert. Das nehme ich jetzt mit in meinen Verein und versuche weiter an mir zu arbeiten bis zur nächsten WM.“

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Maren Walter
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