Großen Sport boten die Rheinischen Meisterschaften Voltigieren des Pferdesportverbandes Rheinland, die traditionell auf der Anlage des Pferdesport- und Reittherapie-Zentrums (PRZ) der Gold-Kraemer-Stiftung in Frechen-Buschbell stattfinden. Sowohl der Sport von der Leistungsklasse E bis in die höchste Leistungsklasse S als auch die Teilnahme von Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung gehören zum Wettbewerb.
Wenn Hannes muss, dann muss er. Also blieb der braune Wallach einfach während der Gruppenpara-Prüfung bei den Rheinischen Meisterschaften der Voltigierer zunächst stehen. Seine zwei jungen Voltigierer auf dem Rücken nahmen es gelassen hin. Longenführerin Anja Reinhardt ließ es schmunzelnd gewähren. Man kennt eben seine vierbeinigen Sportpartner. Das tat der Leistung keinen Abbruch, so wurde die „Samstagsgruppe“ des gastgebenden Vereins PRZ Frechen e.V. zusammen mit der Gruppe „The Brains“, ebenfalls vom Gastgeber, Vizemeister. Den Para-Gruppen-Titel sicherte sich die RPC Düsseldorf Unified III.
Im Para-Einzel ging der Vizetitel ebenfalls an den PRZ Frechen e.V., wo Ricarda Schmidt die zweitbeste Leistung zeigte. Den Sieg holte sich ihr Vereinskollege Tobias Hardt, der seine Gitarren-Kür zum Besten gab und damit Rheinischer Meister wurde. Vor fünf Jahren sind er und Ricarda Schmidt über eine Schul-AG zum Voltigieren gekommen. Beide können sich seither ein Leben ohne Pferde und vor allem ohne Voltigieren nicht vorstellen. Tobias Hardt verbindet inzwischen auch seinen Beruf mit Pferden, denn er arbeitet als Pferdepfleger am PRZ.
Akrobatik, Spektakuläre Sprünge und Standpyramiden
Die Rheinischen Meisterschaften bieten den Voltigiererinnen und Voltigierern in den Klassen E bis S eine große Bühne, auf der es spektakuläre Sprünge, Standpyramiden oder Flick-Flacks zu bestaunen gab. Im Einzel der höchsten Klasse konnte sich vom PRZ Frechen Fynn Bading behaupten. Seine Akrobatik auf dem Pferd war herausragend. Dem stand der neue Landesmeister M- in Nichts nach: Felix Diegel, ebenfalls vom PRZ, hatte in seiner Klasse die Nase vorn. In der Klasse L waren es fünf PRZ-Starter, die sich Hoffnungen auf den Titel gemacht hatten. Am Ende war es Lotte Schönbrod vom RV Aachen, die mit einer souveränen Prüfung den Sieg holte. Den zweiten Platz erreichte PRZ-Voltigiererin Lilian Bhana.
Insgesamt waren 65 Voltigierpferde am Start, die zusammen mit ihren Longenführerinnen und Führern die Basis bilden für erfolgreiche Darbietungen auf dem Pferd. Daher gab es eine Sonderehrung für die Longenführer, bei denen sich die Betriebsleiterin des PRZ, Inga Nelle, besonders bedankte. Auch sie war bei den Meisterschaften als Longenführerin verantwortlich. „Sie sind es, die den Sportlerinnen und Sportlern das Zutrauen geben, das Pferd genau verstehen und führen. Es ist ein unbeschreiblich tolles Gefühl, wenn man mit dem Pferd zur Einheit wird und solche Leistungen abrufen kann“, resümierte sie.
Das Turnier ist in den letzten Jahren vor allem auch ein wichtiger Treffpunkt für den Austausch der Voltigierer mit und ohne Behinderung und der Voltigierfans geworden. „Es ist ein Event mit überregionaler Strahlkraft“, sagte der Fachgeschäftsführer der Gold-Kraemer-Stiftung, Dr. Volker Anneken. Seinen besonderen Dank richtete er dabei an den PSV Rheinland, der das Para-Voltigieren als festen Bestandteil bei den Rheinischen Meisterschaften integriert hat. Der Dank aller Voltigierer mit ihren Teams ging an die Richterinnen und Richter und an den Turnierorganisator PRZ Frechen e.V., der mit einem engagierten Helferteam für einen reibungslosen Ablauf und beste Stimmung unter den Teilnehmenden und Gästen gesorgt hatte.