Treffen der Deutschen Rollstuhltennisszene in Leverkusen

Dittmar und Osterer verteidigen ihre Titel

Die 31. Deutschen Meisterschaften (DM) im Rollstuhltennis boten am vergangenen Wochenende eine große Plattform für die deutsche Rollstuhltennisszene.  Auf der Anlage des RTHC Bayer Leverkusen kämpften 32 Leistungs- und BreitensportlerInnen um Spiel, Satz und Sieg. Toni Dittmar im Herren-Einzel und Bianca Osterer im Quad-Einzel konnten ihre Erfolge aus dem vergangenen Jahr wiederholen. In der Nachwuchs-Konkurrenz setzte sich die 13-jährige Ela Porges durch. Den Titel im Breitensport-Feld sicherte sich Markus Wasmund.

Den ursprünglich für Juni geplanten nationalen Turnier-Wettkampf konnten die beiden Veranstalter – die Gold-Kraemer-Stiftung und der Deutsche Tennis Bund (DTB) – zur großen Freude der SportlerInnen jetzt nachholen. Das Besondere bei den DM: Alle Startklassen kommen hier zusammen. Neben den Leistungssport-Konkurrenzen im Einzel der Herren und Quads, der Klasse für Spieler*innen mit einer Einschränkung von mindestens drei Extremitäten, gingen auch Nachwuchs- und Breitensportler*innen an den Start.

Verantwortlich für das Turnier war das Team um Rollstuhltennis-Bundestrainer Niklas Höfken, der auch als DTB-Referent für Inklusion und Parasport und für das Projekt „Tennis für Alle“ der Gold-Kraemer-Stiftung verantwortlich ist. „Alle, die heute hier waren, haben erlebt, wie faszinierend Rollstuhltennis ist und warum diese großartige Sportart noch mehr gefördert werden muss. Der DTB und die Gold-Kraemer-Stiftung gehen mit ihrem Programm ‚Tennis für Alle‘ genau den richtigen Weg, um stetig die Strukturen in der Vereinslandschaft zu verbessern. Das lässt sich sehr gut an der Entwicklung der Rollstuhltennis-DM ablesen“, blickte Höfken zufrieden zurück. Die Kooperationspartner DTB, Stiftung, RTHC und der ausrichtende Tennisverband Mittelrhein treten gemeinsam bereits seit mehrere Jahren für eine inklusive Entwicklung des Tennissports ein, die sich zum Beispiel auch in der Aus- und Weiterbildung von TrainerInnen und ÜbungsleiterInnen zeigt.  Das Thema Inklusion wird zunehmend zu einem festen Bestandteil des Lehr- und Ausbildungsplanes der Tennisfachverbände.  

Zum Sportlichen: Bianca Osterer aus Kamp-Lintfort triumphierte erneut in der Quad-Konkurrenz. Sie konnte bereits im vergangenen Jahr als einzige Frau in einem ansonsten männlich dominierten Feld den Titel gewinnen und überzeugte auch 2020 in Leverkusen mit einer durchweg konstanten und mutigen Spielweise. Im Finale schlug sie den Berliner Marcus Laudan. Osterer: „Ich bin wirklich dankbar für das Turnier und hoffe, dass ich bald auch wieder international spielen kann. Tennis ist einfach mein Leben.“

In der „Königsklasse“, der Leistungssport-Konkurrenz der Herren wurde ein letztjähriger Titel bestätigt. Toni Dittmar aus Köln stand hier seinem langjährigen Mannschaftskameraden und Freund Sven Hiller gegenüber. Beide machten ihr Finale zum unbestrittenen Highlight des Turniers mit rasanten Fahrmanövern und beeindruckenden Ballwechseln. „Der Teppich in der Leverkusener Halle ist extrem schnell und gar nicht so leicht zu spielen. Doch ich habe die richtigen Mittel gefunden und konnte meine Spielstrategie gut anpassen. Um wieder Deutscher Meister zu werden, habe ich hart trainiert und das hat sich ausgezahlt“, resümiert der 25-Jährige Dittmar.

Bei den Junior*innen setzte sich Ela Porges aus Seeheim in einem spannenden 3-Satz-Finale gegen ihren Gegner John Brendahl aus Bonn durch – beide Talente nutzten die DM, um auf sich aufmerksam zu machen und parallel von den Profis zu lernen. „Wie schnell die fahren und wie hart geschlagen wird, finde ich super beeindruckend. Dafür muss man viel trainieren. Auf meinen Sieg bin ich auch stolz“, freute sich Porges.

Auch die Teilnehmenden der Breitensport-Konkurrenz zeigten starke Matches und viel Potenzial. „Ich habe schon laufend Tennis gespielt. Nach meinem Unfall jetzt im Rollstuhl weiterzumachen und Deutscher Meister im Breitensport zu werden, motiviert mich extrem, denn ich will noch viel besser werden“, resümiert der Wilhelmshavener Markus Wasmund, der im Finale gegen Christian Burg aus Montabaur gewann.

Im kommenden Jahr sollen die Wettkämpfe nach Möglichkeit wieder im Sommer stattfinden. Der RTHC hat seine Anlage dafür bereits zur Verfügung gestellt.

Pressekontakt

Peter Worms

Tel.: 02234-9330316

peter.worms@gold-kraemer-stiftung.de

Gold-Kraemer-Stiftung

Paul-R.-Kraemer-Allee 100
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