
Ein Abend zwischen knisternder Stille und totale Euphorie. Das erlebten die Menschen beim Konzert mit der Frechener Coverband IOVIS und der Redaktion Blatt-Gold in der Buschbeller Kulturkirche der Gold-Kraemer-Stiftung. Dazu eingeladen hatte der Förderverein Alt St. Ulrich. Unter dem Titel „Lieblingslieder & Lieblingstexte“ war es ein Abend voller Musik, Texte und purer Freude.
„Es war einfach unglaublich, so eine Stimmung haben wir so noch nie erlebt“, schwärmt Bandmitglied Heinz Biermann. IOVIS, bestehend aus Heinz Biermann am Klavier, Jörg Schneider am Gesang und Percussion und Frederike Wilkens am Gesang und Keyboard, interpretierte bekannte Pop-, Rock- und Soul-Klassiker, darunter Hits wie „Angels“ von Robbie Williams oder „I’m still standing“ von Elton John. Aber auch kölsche Lieblingslieder wie „Dat Wasser von Kölle“ und „Mer stonn zo Dir, FC Kölle“ durften nicht fehlen. „Die FC-Hymne hat richtig Euphorie ausgelöst. Alle haben mitgesungen, das war der Wahnsinn!“, erinnert sich Blatt-Gold-Mitglied Pascal Stein, der zusammen mit Cedric Eichner diesen Programmpunkt gestaltete und das Lied nach frenetischen Jubel mit dem Publikum sogar a cappella wiederholte.
Zwischen den Songs präsentierten weitere Blatt-Gold-Mitglieder persönliche Lieblingsgeschichten, Texte und Standup Comedy. Christiane Becker, Anka Haller und Ehrenamtlerin Sabrina Schönberger gaben Einblicke in ihre selbst erdachten Texte – etwa zu Herbert Grönemeyer oder dem Song „Augen auf“ von Peter Worms. „Jedes Mitglied hat seinen eigenen Text vorbereitet, das hat richtig gut funktioniert“, berichtet Ralf Faßbender, der als Moderator durch die zweistündige Show führte und bei dem Lied „Dein ist mein ganzes Herz“ von Heinz-Rudolf Kunze selbst auch mitsang. Das Publikum feierte Markus Wirtz bei seinem Sologesang zum Bläck-Fööss-Lied „Dat Wasser von Kölle“. Alexander Montag hatte als Stand-up-Comedian die Lacher auf seiner Seite. Für beide Blatt-Gold-Redakteure war es eine waschechte Bühnenpremiere.
Rund 100 Gäste, darunter viele Bewohnerinnen und Bewohner der Paul Kraemer Häuser, Teilnehmer des ambulant betreuten Wohnens und Mitglieder des Fördervereins, erlebten einen Abend voller Abwechslung. „Mir ist das Herz aufgegangen“, resümierte Johannes Paul, Vorsitzender des Fördervereins. Und tatsächlich: Am Ende blieb niemand auf den Stühlen, die Kirche tobte vor Begeisterung.
Die Zusammenarbeit zwischen IOVIS, Blatt-Gold und dem Förderverein begann bereits vor vielen Wochen. Gemeinsam entwickelte man ein Programm, das vor allem enge Verbundenheit und Gemeinschaft sowohl auf der Bühne als auch im Kirchenschiff zeigte. Schon bei der Generalprobe am Abend zuvor wuchs das Wir-Gefühl unter allen Beteiligten. „Wir haben Ablauf und Moderationsübergänge geübt, damit alles reibungslos läuft und haben dabei festgestellt, dass die insgesamt 20 Aktiven sehr gut zusammen harmonieren“, erklärt Heinz Biermann. Dies zeigte sich vor allem im Finale beim Lieblingslied von Blatt-Gold „Zusammen“ und den Kölschen Evergreens „Im Veedel“ und „Drink doch ene mit“ von den Bläck-Fööss.
Für 2026 planen IOVIS, Blatt-Gold und der Förderverein bereits die Fortsetzung: „Wir wollen noch mehr Menschen aus dem Viertel erreichen und den Austausch hier stärken“, so Kay Ullrich, Leiter des Ambulant Betreuten Wohnens der Stiftung über die Ziele dieses besonderen inklusiven Kulturformates.
Interview von Blatt-Gold-Redakteur Jochen Rodenkirchen mit IOVIS und Kollegen
Jochen Rodenkirchen (JR): Was bedeutet eigentlich IOVIS?
Heinz Biermann: IOVIS ist unser Bandname. IOVIS heißt übersetzt „Jupiter“, der römische Gott. Es heißt auch „Donnerstag“ und das ist unser Probetag. Für uns steht er für Energie, Leidenschaft – kurz: für alles, was Musik mit Menschen machen kann. Wir wollten etwas Besonderes für und mit den Bewohnern der Gold-Kraemer-Stiftung gestalten und ich glaube, das ist uns allen gelungen.
JR: Wie kam die Idee zu diesem Konzert?
HB: Die Idee gab es schon sehr lange. Wir hatten immer mal wieder nachgefragt und dann konnten wir unser Projekt vorstellen. Sofort waren alle begeistert. Dann entstand schnell die Idee zu Musik trifft auf Geschichten, Texte und viel Humor.
Ralf Faßbender: Da ich sehr gerne moderiere, hat man mir diese Rolle zugetraut. Die anderen Blatt-Gold-Mitglieder wählten zur Musik eigene Lieblingstexte aus. So entstand eine Mischung aus Pop, Soul, kölschen Liedern und persönlichen Geschichten.
JR: Wie sind die Texte entstanden?
Anka Haller: Jeder hat sich selbst etwas überlegt, zum Beispiel habe ich mir zum Lied „Augen auf“ von Peter Worms etwas überlegt. Ein Lied gegen Fremdenhass.
Christiane Becker: Ich habe mit Sabrina Schönberger Texte zu Herbert Grönemeyer vorbereitet. Wir wollten, dass die Leute auch nachdenken.
JR: Und das Publikum?
Pascal Stein: Es war genial! Alle haben mitgesungen und lauten Beifall geklatscht und sogar mitgetanzt – Gänsehaut pur!
Frederike Wilkens: Für uns war es unvergesslich. Musik und Texte haben wirklich Menschen zusammengebracht, jeder war Teil des Abends.