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Dr. Tordis Horstmann

Durch meine Arbeit im Zentrum für Frühbehandlung und Früherkennung lernte ich die Gold-Kraemer-Stiftung kennen. Vor allem hatte ich Kontakt zu Paul und Katharina Kraemer.

Beide waren sehr interessiert und engagiert. Sie wollten neue Ideen für die Integration von Menschen mit Behinderung ausprobieren.

Es gab viele Vorschläge. Ein Beispiel: ein öffentliches Schwimmbad für Menschen mit und ohne Behinderung. Manche Ideen wurden aber wieder verworfen.

Trotz ihrer Begeisterung achteten die Eheleute Kraemer immer darauf, was wirklich wichtig und machbar war.

In meinen Gesprächen mit Paul und Katharina Kraemer ging es auch um ihr eigenes Kind.

Beide wussten: In den 1990er-Jahren gab es ganz neue Behandlungs- und Hilfe-Methoden, die es früher nicht gab.

Dieses neue Wissen war für sie ein Ansporn für ihre Arbeit. Es war kein Grund, zurückzublicken.

Sie schauten nach vorn. Ihr Ziel war, wichtige Hilfen für Kinder möglich zu machen – alle Therapie-Formen, für alle Kinder.

Zitat Dr. Tordis Horstmann

„Für das Stifterehepaar waren Menschen mit Behinderung normal.“

Dr. Tordis Horstmann

Paul und Katharina Kraemer nahmen die Dinge so an, wie sie waren. Das galt auch im Umgang mit Menschen mit Behinderung.

Für sie waren Menschen mit Behinderung normal. Sie wollten sie nicht verändern. Sie wollten nur Unterstützung geben, damit diese Menschen so selbstbestimmt wie möglich leben können.

In der Gesellschaft kam dieser Gedanke erst später mit dem Wort „Inklusion“ auf.

Durch unsere gemeinsame Arbeit lud mich Käthe Kraemer eines Tages zu sich nach Hause ein. Dort sagte sie mir, dass ich in den Vorstand der Stiftung kommen sollte.

Ihr war wichtig, dass die Stiftung auch nach ihrem Tod gut weiterarbeitet. Darum sollten Fachleute aus Wirtschaft und Soziales im Vorstand mitarbeiten.

Paul und Käthe Kraemer wären heute sicher stolz. Die Stiftung nutzt ihr Erbe, um Menschen mit Behinderung und ihren Familien zu helfen.

Die Stiftung plant, schafft und setzt konkrete Hilfen um. Damit verändert sie auch den Blick der Gesellschaft auf Menschen mit Behinderung.