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World Games 2023 in Berlin

Vier Judoka des Zentrums für Arbeit durch Bildung und Sport nominiert
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Exklusivtraining mit Judo-Weltmeisterin Anna-Maria Wagner


Große sportliche Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Die Special Olympics World Games kommen 2023 erstmals nach Deutschland. Sie sind das weltweit größte inklusive Sportereignis für Athlet*innen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Sie finden statt vom 17. bis 25. Juni in Berlin. Zum 573 Personen starken Team Special Olympics Deutschland gehören insgesamt 356 Athlet*innen und 128 Trainer*innen. Damit stellt Deutschland als gastgebende Nation auch die größte Delegation der Weltspiele.

In der Sportdisziplin ID-Judo hat Deutschland insgesamt acht Startplätze.Aufgrund ihrer sportlichen Leistungen haben sich vier Athlet*innen des Zentrums für Arbeit durch Bildung und Sport (ZABS) der Gold-Kraemer-Stiftung ihre Startplätze bereits erkämpft: Andrea Kuhne, Stefanie Drescher, Bastian Wind und Timo Karmasch. Rund 100 Tage vor den Eröffnungsfeierlichkeiten im Berliner Olympia-Stadion trafen die ID-Judoka am Olympiastützpunkt Rheinland in Köln zu einem exklusiven Vorbereitungstraining mit der Judo-Weltmeisterin von 2021 und Bronzemedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Tokio 2022 im Halbschwergewicht, Anna-Maria Wagner, zusammen.

„Das war heute für uns ein besonderer Tag. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir mit Anna-Maria Wagner eine der derzeit weltbesten Judoka als Trainerin gewinnen konnten. Das ist eine ganz große Motivation für unser Team“, äußert sich Henning Schäfer, Judotrainer am ZABS. Diese Motivation erlebte auch die Weltmeisterin, die gerne der Einladung zu einem gemeinsamen Training gefolgt war. „Es macht mir großen Spaß, als Trainerin zu arbeiten. Und dies vor allem, wenn ich das Engagement und die Leidenschaft der ID-Sportler erlebe“ so Anna-Maria Wagner. Ihr Training, das sie sich speziell für den Trainingsvormittag ausgedacht hatte, konnte sie genauso umsetzen: „Ich bin absolut positiv überrascht vom Leistungsstand die Gruppe. Sie hat sich sehr gut bewegt und war unheimlich wissbegierig.“

Dass der Leistungsunterschied zwischen ID-Judoka und Judoka laut Wagner kaum wahrzunehmen war, schreibt sie dem Tatbestand zu, dass die Sportler*innen durch das ZABS-Judozentrum optimale Ausgangsbedingungen haben, sich gezielt sportlich weiterzuentwickeln. „Unsere Teilnehmer*innen trainieren fünf Mal die Woche und nehmen zudem auch am Vereinsleben der mit uns kooperierenden Judovereine teil“, erklärt Henning Schäfer die Rahmenbedingungen des ZABS, das jungen Sportler*innen mit kognitivem Förderbedarf in den Sportarten Fußball und Judo eine sportliche Tätigkeit als Außenarbeitsplatz einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung anbietet.  

Welche Rolle spielt der Judosport für eine bessere Teilhabe von Menschen mit Behinderung insgesamt? Dazu die Weltmeisterin: „Der Judosport bringt von sich aus durch seine Werte schon ganz viel mit. Ich habe von klein auf sofort gelernt, mit unterschiedlichen Menschen zu trainieren. Egal ob meine Gegner schwerer, leichter, größer, kleiner, männlich oder weiblich sind. Im Judo bekommt man früh mit, dass es hier eigentlich keine Grenzen gibt. Wir trainieren alle respektvoll miteinander. Und es kommt immer darauf an, ein guter Partner zu sein, wenn jemand schwächer ist oder umgekehrt, wenn jemand stärker ist, dass man aufeinander Acht gibt.“

Für den 29jährigen Timo Karmasch aus Essen, einer der vier nominierten ZABS-Athlet*innen für die World-Games, war es ein einmaliges Erlebnis: „Mit einer so erfolgreichen Sportlerin zu trainieren ist für mich eine große Ehre. Ich habe mich richtig verausgabt und ich habe viele neue Ideen bekommen.“ Auch für die 37jährige Stefanie Drescher war die Trainingseinheit ein wichtiger Motivationskick: „Heute war es mal was anderes, das Aufwärmtraining fand ich sehr gut und wenn ich ein Lob von einer so großen Sportlerin bekomme, ist das was ganz Besonderes.“ Deshalb schaut sie optimistisch nach Berlin. Das tut auch der Trainer Henning Schäfer: „Wir fahren nach Berlin, um zu gewinnen. Aber alleine die Nominierung ist schon ein gewaltiger Erfolg für unsere ID-Judoka. Dieser sportliche Erfolg ist aber auch ein wichtiges Puzzleteil für unsere Arbeit am ZABS insgesamt. Hier erfahren die Sportler*innen besondere Anerkennung und Wertschätzung. Das vermittelt ihnen auch für alle anderen Lebensbereiche wichtiges Selbstvertrauen.

Besonders nach diesem Trainingstag gehen die ID-Judoka mit viel Selbstvertrauen in die nächsten Vorbereitungsphasen rein. Am 1. April reist das Team zur offiziellen Einkleidung nach Berlin und am 29. April kommen alle deutschen Athlet*innen in insgesamt 26 Sportarten zu einem Vorbereitungslehrgang nach Leverkusen zusammen. Auf dem Weg nach Berlin steht auch noch einmal eine Trainingseinheit mit Anna-Maria Wagner auf dem Wunschzettel des ZABS.

Über das ZABS: Das Zentrum für Arbeit durch Bildung und Sport (ZABS) ist ein Bildungsangebot der Gold-Kraemer-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland, der Bundesagentur für Arbeit und den Gemeinnützigen Werkstätten Köln. Es ermöglicht jungen Menschen mit kognitivem Förderbedarf oder Lernschwierigkeiten einen alternativen Bildungs- und Berufsweg durch Sport, organisiert über einen Außenarbeitsplatz einer Werkstatt für behinderten Menschen.

Interview mit Anna-Maria Wagner

Rund 100 Tage vor dem sportlichen Weltereignis konnten die ZABS-Judoka exklusiv mit der Judo-Weltmeisterin und Bronze-Medaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen in Tokio, Anna-Maria Wagner, trainieren.

Wie kam es zum heutigen gemeinsamen Trainingstermin?

Anna-Maria Wagner (AMW): Ich habe Anfang des Jahres vom ID-Judoka-Projekt der Gold-Kraemer-Stiftung erfahren und war sofort begeistert. Es macht mir großen Spaß Training zu geben.

Welchen Eindruck haben Sie von den Sportler*innen gewonnen?

AMW: Heute war tatsächlich mein erstes Training mit ID-Judoka. Die Gruppen hat sich sehr gut bewegt, sie war engagiert, motiviert und auch wissbegierig. Bin echt positiv überrascht. Ich konnte mein Training, was ich mir vorgenommen haben, somit sehr gut durchziehen.

Welche Rolle spielt Inklusion im Judo für Sie?

AMW: Der Judosport bringt von sich aus durch seine Werte schon ganz viel mit. Ich habe von klein auf sofort gelernt, mit ganz unterschiedlichen Menschen zu trainieren. Egal ob meine Gegner schwerer, leichter, größer, kleiner, männlich oder weiblich sind. Im Judo bekommt man früh mit, dass es hier eigentlich keine Grenzen gibt. Das Thema Inklusion ist somit für den Judosport perfekt, weil wir alle respektvoll miteinander trainieren. Es kommt immer darauf an, ein guter Partner zu sein, wenn jemand schwächer ist oder umgekehrt, wenn jemand stärker ist, dass man dann aufeinander Acht gibt.

Was sagen Sie zum Projekt des Judo-Zentrums selber:

AMW: Das Projekt der Stiftung ist sehr gut und es ist richtig und wichtig, dass zum Beispiel die ID-Judoka mit anderen Judoka gemeinsam trainieren. Man lernt gegenseitig voneinander.

Was nehmen Sie heute mit von diesem Trainingstag?

AMW: Ich nehme mit, wie gut sich die ID-Judoka bewegen können, und dass es im Grunde keinen so großen Leistungsunterschied gibt. Die Motorik ist super. Ich nehme vor allem mit, dass sie hoch motiviert trainieren, um weiter zu kommen und das mit viel Spaß und Lust an der Sache. Ich drücke dem ID-Judoka-Team für die World-Games im Juni in Berlin ganz kräftig meine Daumen.   

Pressekontakt:

Gold-Kraemer-Stiftung

Peter Worms

Stabstelle Presse & Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 02234.93303-16
Mobil: 0160 – 5366 741

peter.worms@gold-kraemer-stiftung.de
www.gold-kraemer-stiftung.de

Gold-Kraemer-Stiftung

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Tel. 02234-93303-0
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