Das Inklusive Wohn- und Kunstquartier Guidelplatz in Pulheim ist heute ein lebendiger Ort für Wohnen, Kunst und Begegnung. Es vereint modernes, barrierefreies Wohnen mit einem offenen Kulturangebot und setzt damit Maßstäbe für gelungene Inklusion mitten in der Stadt.
Von der Idee zur Realisierung
Bereits im Jahr 2009 konnte die Gold-Kraemer-Stiftung das Grundstück am Guidelplatz erwerben. Von Anfang an war die Vision, dort einen besonderen Ort zu schaffen: ein Quartier, in dem Menschen mit und ohne Beeinträchtigung selbstverständlich zusammenleben können – verbunden mit einem starken kulturellen Impuls. Nach einer intensiven Planungsphase begann 2017 die Bauphase, bei der Wohnen, Kunst und Nachbarschaft von Anfang an zusammengedacht wurden.
Das Herzstück: das kaethe:k Kunsthaus
Im Zentrum des Quartiers steht das kaethe:k Kunsthaus. Es bietet künstlerisch talentierten Menschen mit Beeinträchtigung professionelle Arbeitsbedingungen und Atelierplätze in den Bereichen Malerei, Plastik, Grafik, Neue Medien und interdisziplinäre Kunst. Zugleich öffnet es sich nach außen: durch Ausstellungen, Workshops und kulturelle Veranstaltungen wird das Kunsthaus zu einem Ort der Begegnung und zum Bindeglied zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers, der Stadtgesellschaft und der Kunstszene.
Das Kunsthaus ist damit mehr als nur ein Gebäude: Es bildet das kulturelle Herzstück des Quartiers und prägt dessen Identität als Raum für Kreativität und Inklusion.
Wohnen und Nachbarschaft
Neben dem Kunsthaus entstanden am Guidelplatz 35 barrierefreie Wohnungen für Menschen mit und ohne Beeinträchtigung. Sie sind modern gestaltet und bieten ein hohes Maß an Lebensqualität. Ergänzt werden die Wohnungen durch Ladenlokale, die das Quartier beleben, sowie durch ein Quartiers-Management, das als Anlaufstelle für Fragen, Unterstützung und gemeinschaftliche Aktivitäten dient. Eine Tiefgarage sorgt für eine gute Erreichbarkeit, ohne dass der Platz selbst durch Verkehr belastet wird.
Die architektonische Gestaltung des Quartiers trägt dazu bei, dass der Guidelplatz heute ein offener und einladender Stadtraum ist. Kurze Wege, barrierearme Gestaltung und Aufenthaltsqualität machen den Platz zu einem Ort, an dem sich Nachbarschaft und Besucherinnen und Besucher gerne aufhalten.
Ein Ort der gelebten Inklusion
Heute zeigt sich, dass die Vision von damals Wirklichkeit geworden ist: Das Inklusive Wohn- und Kunstquartier verbindet Wohnen, Kultur und Teilhabe in beispielhafter Weise. Menschen mit und ohne Beeinträchtigung leben hier Tür an Tür. Das Kunsthaus schafft Zugang zur Kunst und stärkt die Anerkennung von Künstlerinnen und Künstlern mit Beeinträchtigung. Gleichzeitig bereichert es das kulturelle Leben in Pulheim weit über das Quartier hinaus.
So ist der Guidelplatz zu einem Ort der Begegnung geworden – für Bewohnerinnen und Bewohner, für Nachbarschaft und für die Stadtgesellschaft insgesamt. Wohnen, Kunst und städtisches Leben gehen hier Hand in Hand. Das Quartier gilt damit heute als ein gelungenes Beispiel für gelebte Inklusion und für die nachhaltige Verbindung von sozialem Auftrag und kulturellem Anspruch.